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Gesangbücher gehörten im 19. Jahrhundert in jeden bäuerlichen Haushalt. Meist waren sie neben der Bibel die einzigen Bücher. Während in der Bibel eher selten gelesen wurde, war das Gesangbuch der Begleiter durchs Leben. Zum allsonntäglichen Gottesdienst wurde es mitgeführt, es spielte bei Konfirmationen, Hochzeiten und Beerdigungen eine besondere Rolle. Es wurde vererbt und in Ehren gehalten und so über Generationen hinweg erhalten. 

 

Das Gesangbuch

 Durch einen glücklichen Umstand und durch Vermittlung von Hermann Spreckels aus Hammah ist das Gesangbuch von Anna aufgetaucht. Eigentlich ist es das Buch ihrer (später erblindeten) Mutter, die es anläßlich ihrer Hochzeit 1788 mit dem Schulmeister Behrend Spreckels erhielt. Annas Vater trug über die Jahre alle Geburten der Familie ein. Aus diesem Buch las der Vater den Kinder vor, leitete sie zum Singen an. Es wurde Zeuge der unglücklichen Hochzeit von Anna und Cord, wie später auch die Beerdigung des Peinigers.

Bis zuletzt blieb es im Besitz von Annas Mutter, "erlebte" also alle dramatischen Ereignisse im Hauses des Bösewichts Cord Meyer. Doch damit nicht genug. Im Gefängnis in Himmelpforten spendete das Buch Anna Trost und begleitete sie wohl auch auf den Richthügel ...

Nach der Hinrichtung Annas und nach dem Tode der Mutter erbte die Schwester Anna-Catharina das Buch und bewahrte es. So blieb es in der Familie bis heute erhalten.

Vorsatzblatt des Gesangbuches mit Name von Annas Mutter, darunter erfolgte der Eintrag von der Geburt des ersten Sohnes, von Mäusen zernagt.

 

Eintrag der Geburt des zweiten Sohnes, darunter der Eintrag der Geburt von Annas Schwester Anna-Catharina.

 

...und hinten, nach dem letzten Blatt des Gesangbuches der vergleichsweise bescheidene Eintrag über die Geburt von Anna - hier vom Vater der zweite Vorname Sophia genannt. "1809 ist unsere Tochter Sophia auf diese Welt geboren", die wie in meinen Büchern beschrieben, nur Unheil für Anna bereit hielt. Dieser knappe Zweizeiler gibt Rätsel auf, wenn man die ausführlichen Zeilen über die Geburt der anderen Kinder vergleicht. Kein Datum, keine Uhrzeit - was mag dahinter stecken?

 

Der abgegriffene Ledereinband des Gesangbuches - wenn dieses Buch erzählen könnte ....

 

 

Im Hinblick auf die lange Geschichte des Buches überrascht die gute Erhaltung. Das hat wohl damit zu tun, dass es mit einer Buchschließe geschlossen werden konnte, die heute fehlt. Allerdings - wenn man von oben auf das Buch blickt, Ist der Knick im Einband nicht zu übersehen. Dort wurde es häufig aufgeschlagen. Wenn man die entsprechenden Seiten des Buches aufschlägt, stellt man fest, dass es u.a. jene Lieder sind, die für Anna eine besondere Bedeutung hatten und zu ihren bevorzugten Texten gehörten. 

 

 

Hier noch einmal die beiden wichtigsten Liedtexte mit Lesezeichen markiert. 

 

 

Dieses - markierte - Lied wurde von den Schulkindern auf dem Weg zur Hinrichtung gesungen.

 

Annas - markierter - Lieblingstext. Siehe auch "Die Denkschrift".

 

 

 

Fotos: D. Alsdorf 2014

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