keyvisual



Willkommen!
AKTUELLES
MEINE BÜCHER
NEU: Anna Brümmer
Geschichten II
Geschichten I
 Ufergeflüster
Anna aus Blumenthal
Das Gesangbuch
Spurensuche
Historische Bilder
Die Denkschrift
Weg zum Grab
Annas Grab
Moor-Mörder
Annas Gebet
Der Richtplatz
Annas Tochter
Relikte
Die Sagen
Die Idee zum Roman
ZEITREISEN
Abels Blut
Isern Hinnerk
Anthologien
Harsefelder Jahrbuch
BERICHTE
ÜBER MICH ...
Gästebuch
Sitemap
Impressum

 

 

Der Weg zum Roman ….

 

…führte über Minden. Denn es gab als Kind nichts langweiligeres als ein Besuch bei "Oma in Minden". Schön mit Schwester und Eltern und alles in den sechziger Jahren des entschwundenen Jahrhunderts. Zwischen Mittag und Kaffeetrinken ging ich aus purer Langeweile vors Haus und entdeckte dabei einen geheimnisvoll anmutenden Fußweg unter alten Bäumen. Aus dem Gebüsch ragten überall alte Grabsteine und auf Nachfrage wurde dem Kind erzählt, dort befände sich ein alter Friedhof. Aus Langeweile begann ich, die Namen und Sterbebedaten abzuschreiben. Dabei fiel mit ein einzeln stehender Stein auf, unter dem ein „früh vollendetes Brautpaar“ seine Ruhe fand. Anno 1834.

 Auf Nachfrage teilte mir Oma mit, dass dort ein Liebespaar begraben liegt. Er ein Adliger, sie eine Bürgerliche. Da sie nicht heiraten durften, begingen beide dort Selbstmord. Sie wurden an Ort und Stelle begraben, da ihnen wegen des Selbstmords ein christliches Begräbnis auf dem Friedhof verwehrt war.

 

   

Der Liebespaar-Grabstein in Minden.

Fotos: D. Alsdorf

 

Liebesbekundungen in einem Baum daneben.

 

 So gut wie interessant. Doch noch mehr. Es hatte sich ein gewisser Kult um die Grabstätte gebildet. An dem Platz, so wurde erzählt, würden sich heimliche Liebespaare treffen, um sich angesichts des Grabes der Unglücklichen ewige Treue zu schwören.

Das Grab in Minden konnte ich nie ganz vergessen. Als ich in den siebziger Jahren von der Hinrichtung eines Liebespaares in Himmelpforten las, suchte ich mit der ersten Freundin die fragliche Stelle. Um sich an historischer Grabstätte ebenfalls die Treue zu geloben. Doch nichts erinnerte an das Ereignis, was mich umso mehr verwunderte, da auch dort das hingerichtete Paar – Anna und Claus – an Ort und Stelle verscharrt wurden. Anno 1835!

 

Besuch in Minden 2009.

Foto: A. Alsdorf

 

30 Jahre sollten vergehen, bis Anna und Claus wieder ins Bewusstsein drangen. 2005 wurde ich vom Heimatverein gebeten, nach dem Richtplatz in der Feldmark zu suchen. Gleichzeitig bat mich der Webmaster der „ostechronik.de“ um eine Geschichte. Was lag näher, als den Fall Anna und Claus wieder ans Tageslicht zu holen.

 

Treffpunkt für Liebespärchen in Minden.

Foto: D. Alsdorf

 

 Während einer eingehenden Begehung des fraglichen Geländes stieß ich auf einen fast abgestorbenen Rosenstock. Was, so fragte ich mich, wäre dran, wenn die verschollene Tochter der Gerichteten viel später nach dem Grab ihrer Eltern gesucht hätte? Und ihnen eine Rose aufs Grab setzte?

 

Die Rose von Himmelpforten 2005.

Foto: D. Alsdorf

Die Idee einer Kurzgeschichte war geboren. Die Geschichte der Anna-Catharina, die sich Ende des 19. Jhd. auf die Spuren ihrer Eltern macht. Der Text fand aus Platzgründen keine Verwendung in den Romanen – Sie finden die Geschichte in Auszügen unter „Annas Tochter“.

 

Das wiedergefundene Grab am Tag der Entdeckung 2007.

Foto: D. Alsdorf

 Da die Nachsuche vor Ort ergebnislos verlaufen war, forschte ich in der Gerichtsakte weiter. Irgendwo las ich Annas Aussage „Freiwillig hätte ich Cord Meyer niemals meine Hand gegeben!“ Ein Satz, der mich inspirierte, der mich veranlasste, tiefer in den Fall einzutauchen. Ich stieß auf die Hofakte des Mordhofes in Blumenthal – darin die Streitigkeiten im Vorfeld der erzwungenen Ehe der jungen Anna mit dem Schwerverbrecher Cord Meyer. Von da an gab es kein Halten mehr. Und je mehr man sich in den Kriminalfall verbiss, desto mehr Rätsel kamen ans Licht. Diese in nunmehr zwei Büchern zu verarbeiten, war mir Verpflichtung den Gerichteten gegenüber, denen ich in den 2 Jahren der Schreiberei und Recherche sehr nahe kam. Die Krönung der Arbeit war die Entdeckung des Grabes draußen in der Feldmark – just an jenem Tag im März 2007, als ich die letzte Zeile zu Anna aus Blumenthal geschrieben hatte.

 © D. Alsdorf

Top