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  Foto: D. Alsdorf

Die Sagen …

„Vor fünfzig Jahren (also um 1850/60) kehrte ich am späten Abend hoch zu Ross von Stade heim. Kurz vor Himmelpforten bog ich links von der Chaussee ab in die Heide, um über Kuhla einen Richtweg nach meinem damaligen Domizil einzuschlagen.

Foto: D. Alsdorf 

 Es war heller Mondschein. Plötzlich stutzte mein vom Nachbarn entlehnter, mutiger Gaul, spielte mit den Ohren, schnob mit den Nüstern. Ich stieg ab. Vor uns lag ein Haufen Steine, mehr breit als hoch, auf den Äckern gesammelt, hier hergetragen und achtlos hingeschüttet.

Foto: D. Alsdorf 

 Andern Tags erfuhr ich erst, dass vor Jahrzehnten hier ein scheußliches Drama seinen schauerlichen Abschluss gefunden habe. Anna war die Geliebte von Claus. Während dieser seiner Militärpflicht genügte, ehelichte dessen Vater, ein Witwer, die Braut seines Sohnes, die Anna. Wenige Monde nach Claus’ Heimkehr ins Elternhaus lag eines Morgens der Alte tot hinter seinen Pferden im Stall, angeblich von Pferden erschlagen. Doch wenn der Faden noch so fein gesponnen wird, und die lautlosen Wände in düsterer Nacht bei grauenvollen Vorgängen im Schweigen verharren: Gottes Stimme wird zur Volksstimme. Anna und Claus waren die Mörder. Die eine hatte in dem Alten den Gatten, der andere den Vater meuchlings durch Strangulation gemordet. Das richterliche Urteil lautete auf verschärfte Todesstrafe. Auf einer Kuhhaut, auf einer Schlöppe, (Anmerkung: Schlitten für Ackergeräte), liegend wurde das Paar nach oben bezeichnetem Richtplatze geschleift, hier enthauptet und begraben.“

 (unbekannter Autor, ca. 1910)

 

Foto: D. Alsdorf 

 Und im Bützflether Moor erzählten sich die Leute:

Die Meyers waren bekannt für ihre Viehdiebstähle. Eines Abends treiben sie eine Kuh die Landern entlang Richtung Hof. Da kommt ihnen jemand entgegen.

Der alte Meyer zu dem Fremden: „Kennst du mich?“

Der andere: „Ja.“

„Dann können wir dich ja auch in die Kuhle kriegen.“

Sie bringen den Mann um und verscharren ihn im Graben.

Ein Bauer, der nahe am Landerweg wohnt, hört das und gibt der Polizei den Hinweis.

Die Meyers werden im Himmelpforter Wald gehängt.

 ( 2008 vor Ort dem Verfasser erzählt)

 

 Foto: D. Alsdorf

 Rätsel: Was hat es mit der kopflosen Skulptur aus der Himmelpforter Kirche auf sich? Heute im Heimatmuseum zu sehen.

© Texte/Fotos: D. Alsdorf, die "Nacht-Fotos" entstanden in der Barger Heide in Stade.

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