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 Neues Buch mit Geschichten aus Stade

Ein neues Geschichtenbuch ist fertig! „Stader Zeitreisen“ heißt es und wurde am Mittwoch dem 5. November um 20 Uhr in der Stader Seminarturnhalle vorgestellt. Der Band vereint 21 „unvergessene Geschichten“ aus der Stadt Stade und seiner Umgebung. Mit kleinen Berichten und Kurzgeschichten über Pilger und verhexten Steinen, von Bruchpiloten und der legendären Milchbar hofft der Autor erneut auf ein reges Interesse der Stader und darüber hinaus. 

Im Mittelpunkt des Bandes stehen historische Kurzgeschichten. Als vor einem Jahr die Auffindung des inzwischen legendären Blutglases in Verbindung mit einer schauerlichen Hinrichtung in Riensförde im ersten Geschichtenbuch veröffentlicht wurde, schaffte es das Glas über Spiegel-Online bis in die NDR-Sendung „DAS“. In seiner Kurzgeschichte „Die Strafe Gottes“ beleuchtet der Autor nun die Hintergründe aus Aberglaube und Verzweiflung, die einen unbekannten Stader einst dazu brachte, das Blut einer Gerichteten zu trinken. (Das Glas ist übrigens im Schwedenspeicher ausgestellt, der Richtplatz wurde rekonstruiert).

Ein bislang in der Geschichtsschreibung Stades kaum beachtetes Ereignis ist die Belagerung der Schwedenfestung durch die Dänen. Im Spätsommer des Jahres 1712 zogen dänische Truppen einen riesigen Belagerungsring um die Stadt und begannen eine tagelange furchtbare Beschießung. Die Marienkirche am Sand wurde dabei völlig zerstört. Der Autor stellt die historisch verbriefte Figur des kleinen Elias Holtermann in den Mittelpunkt einer spannenden Geschichte, die sich eng an die überlieferten Ereignisse anlehnt.

Dann geht es in die Umgebung. Nach Riensförde, Ottenbeck und die Barger Heide. Der Autor entführt den Leser zu historischen Stätten – wie den Ruinen am Fredenbecker Weg, wo geborstene Truppen ins Nirgendwo führen oder einem vergessenen Bahntunnel, der an Geheimprojekte der Nazis erinnern. Eine Gegend, die sich in den kommenden Jahren rasant verändern wird. Grund genug also, sich der Vergangenheit dieser interessanten und immer noch recht urigen Landschaft zu erinnern. Wie zum Beispiel jenem heimlichen Treffpunkt der Liebespaare in einem einsamen Wald bei Agathenburg, wo noch heute verwitterte Herzen an uralten Buchen an längst vergessene zarte Bande erinnern.

Und Alsdorf erinnert an einen uralten Baum „Dicke Berta“ genannt, der bei Mulsum im Wald stand und dem man bei seinem Absterben die Ehre erwies, an Ort und Stelle zu zerfallen. Wie schon in den „Geschichten aus dem Stader Sand“ finden sich in dem Buch Fliegerschicksale rund um den ehemaligen Fliegerhorst im heutigen Ottenbeck. Wie die eines Flugpioniers, der eigentlich kein Kriegsflieger werden wollte. Und doch bei einem Absturz auf einem Acker in Agathenburg auf tragische Weise ums Leben kam. Oder jene Geschichte um einen amerikanischen Bomber, der an einem heißen Sonntag im Juli 1843 über Harsefeld abstürzte. Beobachtet von hunderten von Kindern und Erwachsenen, die spazieren gingen oder in Flüssen und Seen badeten.

Zu den meisten Geschichten im Buch hat der Autor, der als Grabungstechniker in der archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Stade tätig ist, ganz besondere Bezüge. Nicht nur, dass ihm Zeitzeugen ihre Erinnerungen schilderten oder er sogar den Spaten ansetzen musste. Auch persönliche Erlebnisse wurden verarbeitet. So lernte er „Stades wilden Süden“, die Barger Heide oder den ehemaligen Flugplatz ganz unfreiwillig „von unten“ kennen, als er während seiner Wehrdienstzeit in 1970iger Jahren so manche Nacht in nassen Erdlöchern zubringen musste. Und dort entstanden 40 Jahre später auch viele der im Buch vereinten Geschichten – immer dann wenn der Autor mit seinem Hund in Stades Süden unterwegs war und abseits der Wege Spuren aus Stades Vergangenheit entdeckte. (PM)

 

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