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 Foto: D. Alsdorf

"Karlsstein"

Der Hufeisenstein aus dem Rosengarten

 

Auf dem Gipfel eines der „Harburger Berge“ im Forst Rosengarten steht ein gewaltiger Findling, der seit Urzeiten Rätsel aufgibt und die Fantasie der Menschen beflügelt. Das liegt vor allem an den drei Hufeisen und drei Hundepfoten, die in dem Stein eingehauen sind und in einer Sage mit Karl dem Großen in Verbindung gebracht wird. Daher wird der Stein auch „Karlsstein“ genannt und ist bei Wanderern und Radtouristen äußerst beliebt. An den Wochenenden trifft man oft Menschen am Stein, die dort rasten oder sich mit den Ritzungen fotografieren lassen.

 

Die "Hufabdrücke" im Stein.

Foto: D. Alsdorf

 

Der Weg zu dem Findling führt über die K 52, auch Rosengartenstraße genannt, die südlich von Elstorf von der Bundesstraße 3 Richtung Sieversen abzweigt. Nach einiger Zeit weist ein Schild „Karlsstein“ links auf einen großen Parkplatz. Von dort aus beginnt der Aufstieg zum 600 Meter entfernten Stein. Aufstieg ist trotz der norddeutschen Tiefebene wörtlich zu nehmen – die letzten 300 Meter haben es in sich! Wie im Harz sieht es dort aus.

Auf einer Infotafel erfährt der Besucher, dass der Stein früher in eine Verbindung mit dem Frankenkaiser Karl dem Großen gesetzt wurde. Kein Geringerer als der Frankenkaiser selbst soll zu Zeiten der Sachsenkriege am Stein genächtigt haben. Seinen Gefolgsleuten soll der Herrscher zuvor gedroht haben, denjenigen zu töten, der seinen Schlaf zu stören wagte. Der Kaiser schlief und das feindliche Heer der Sachsen näherte sich. Doch wer getraute sich, Karl zu wecken? Da nahmen die Gefolgsleute den Hund des Kaisers und warfen ihn auf den Schlafenden.

 

Die angeblichen Schwerthiebe im Stein.

Foto: D. Alsdorf

 

Karl erwachte und tötete pflichtgemäß seinen eigenen Hund. Dann bestieg er sein Pferd und hieb mit dem Schwert in den Stein. „So wie ich diesen Stein schlage, so werde ich auch die Sachsen schlagen!“, soll Karl gerufen haben. Dann ritt er in die Schlacht und sein Pferd hinterließ im Stein die Spuren der Hufeisen.

 

Der "Aufstieg" sieht leichter aus, als er ist.

Foto: D. Alsdorf

 

Der Wanderer, der nach Atem ringend, den zuletzt steilen Aufstieg hinter sich hat, findet sofort diese Huf- Spuren im Stein. Schwerer ist es schon, die drei Hundepfoten auf dem grün bemoosten Stein zu ertasten. Die Einritzungen sind tatsächlich von Menschenhand. Wann und zu welchem Zweck aber diese Zeichen im Stein eingearbeitet wurden, ist unbekannt. Für die tiefen „Schwerthiebe“ im Stein haben die Geologen eine Antwort gefunden: Witterungsprozesse und Schmelzwasser sollen die Furchen gebildet haben. Schmelzwasser? Am Ende der Kaltzeit – so vor rund 10.000 Jahren war der Karlsstein zusammen mit weiterem Geröll in einem allmählich abschmelzenden Gletscher gebunden. Als der Gletscher abgeschmolzen war, blieb ein riesiger Geröllhaufen zurück. Und oben drauf der spätere Karlsstein, der immerhin zwei Meter aus dem Boden herausragt. Der Stein stammt ursprünglich aus dem heutigen Südschweden und hat einen Weg von rund tausend Kilometern hinter sich.

 

Foto: D. Alsdorf

Ob an der Sage mit Karl dem Großen überhaupt etwas Wahres dran ist, bleibt unbekannt. Grabungen am Stein wie bei der nahen Karlsquelle im Tal weisen eher in die Jungsteinzeit anstatt ins frühe Mittelalter. Also alles nur ein Märchen, um früher die neugierigen Fragen der Kinder mit einer schönen Geschichte zu beantworten? Als hätten die oder der Urheber der Sage um den Karlsstein die Zweifel der Nachfahren geahnt, lieferten sie das Schlachtfeld gleich mit. Dort – so die Mär, soll noch heute die Erde rot vom Blut der erschlagenen Feinde sein. Der Autofahrer, der vom Karlsstein zurück Richtung Bundesstraße 3 fährt, kann kurz vor der Kreuzung rechts im unbestellten Acker in einer flachen Talsenke tatsächlich die rote Erde sehen. Ein verblüffendes Phänomen. Aber auch hier hätte die Geologie sicher die passende Antwort parat.

 

 Das Feld der "roten Erde".

Foto: D. Alsdorf

 © D. Alsdorf 2012

 

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