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 Foto: D. Alsdorf

 

1965: Starfighter-Absturz in Köhlen bei Bremervörde

 Ein Holzkreuz mitten im Buchenwald eines Forstes östlich von Köhlen bei Bremervörde erinnert an den Absturz eines F-104 „Starfighters“ im Sommer 1965. Es ist das einzige Denkmal im Elbe-Weser-Dreiecks, das an die beispiellose Absturzserie jenes Flugzeugtyps der Bundesluftwaffe der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnert. Kürzlich wurde es erneuert.

Foto: D. Alsdorf

Die seinerzeit durch den damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß vorangetriebene Anschaffung des US-Waffensystems F-104G gehört zu den umstrittenen Rüstungsprojekten der jungen Bundesluftwaffe. Seit der Indienststellung des „Starfighters“ im Sommer 1960 bis zu seiner Ausmusterung im Jahre 1991 gingen von den fast tausend eingesetzten F-104 rund ein Drittel durch Abstürze verloren. Einer der „Starfighter“ stürzte am 14. Juni 1965 um 11.15 Uhr bei Köhlen nordwestlich von Bremervörde ab. Als Ursache gab die Bundeswehr einen Triebwerksauswahl an. Noch heute, fast einem halben Jahrhundert danach, ist das Ereignis bei den meisten Bewohnern des Dorfes unvergessen. Einer der ersten, der an der Absturzstelle war Hein Jürgens. Die Trümmer des Düsenjägers hatten eine breite Schneise in den alten Buchenwald geschlagen, berichtet er. Etwas abseits wurde der tote Flugzeugführer gefunden. Oberfeldwebel Klaus Göweke vom Jagdbombergeschwader 36 hatte sich nicht mehr mit dem Schleudersitz retten können. Offizielle Details des Absturzes wurden nie bekannt. Die Bundeswehr sperrte kurz nach dem Unglück die Gegend hermetisch ab. Lediglich die Witwe des Piloten gedachte später ihres Mannes am Kreuz im Wald. Es war die Zeit des „Kalten Kriegs“ und ein Rummel um einen Absturz des „Witwenmachers“, wie die F-104 seitens der Piloten auch genannt wurde, war fünf Jahre nach Indienststellung alles andere als erwünscht. Heute steht der „Starfighter“ längst im Museum – der „Kalte Krieg“ ist überwunden.

 

Foto: D. Alsdorf

Die Spuren im Wald bei Köhlen sind fast vernarbt. Hier eine Wunde am Stamm einer Buche, dort ein abgefetzter Aststumpf. Der aufmerksame Besucher kann die Schneise, die der stürzende Jet in den Wald riss, immer noch deutlich im Bewuchs des Waldes erkennen. Und sogar jene tiefe markante Rinne im Waldboden sehen, wo damals die Nase des Flugzeugs den Boden berührte. Der Waldboden ist immer noch durchsetzt mit oxidierten Trümmerstücken des Flugzeugs. Einige davon haben die Kameraden des örtlichen Kyffhäuserbundes an das neue Kreuz befestigt, dass das inzwischen morsch gewordene Denkmal von 1965 ersetzte. Am 21. Juli 2012 wurde das neue Kreuz feierlich eingeweiht. Dennoch: Trotz mehrfacher Nachfragen von Interessierten gibt es keinen Wegweiser zum Denkmal im Wald. Das Gebiet ist inzwischen Naturschutzgebiet und eigentlich nicht zugänglich, wie Klaus Lüdemann erklärt, der maßgeblich an der Neuaufstellung des Kreuzes beteiligt war. Trotzdem hoffte er wie alle Köhlener Aktivisten, dass das neue Denkmal auch noch in Jahrzehnten an den frühen Tod eines Piloten der Bundesluftwaffe erinnert.

 

 © D. Alsdorf 2013

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