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UFERGEFLÜSTER - OSTEGESCHICHTEN 

 Die Oste in der Nähe von Granstedt.

Foto: D. Alsdorf

 

 Foto: Verlag Atelier im Bauernhaus

 Ein neues Buch ist fertig!

Das Taschenbuch heißt "Ufergeflüster", und ist im Oktober 2012 im Verlag Atelier im Bauernhaus erschienen.

Der kleine Band beinhaltend 21 historische Kurzgeschichten entlang der Oste.

Geschichten aus der Geschichte, die mich interessierten und berührten.

 

Das Titelbild des Buches - eine schwere Panzerplatte aus einem britischen Bomber, der am 11. November 1944 über der Oste zwischen Elm und Nieder-Ochtenhausen explodierte. Eine Geschichte in dem Buch ist dem "Mondgesicht" gewidmet, das von Kriegs-Künstlerhand auf der Eisenplatte verewigt wurde.

Foto: D. Alsdorf

Aus dem Inhalt: 

Geschichten entlang der Oste - von der Quelle bis zur Mündung 

Wo einst die Mädchen das Osterwasser schöpften: Die Oste entspringt in einem Quellwald südlich von Tostedt.

Foto: D. Alsdorf

 

Von der Heilsburg bei Adiek an der Oste künden heute noch Wälle und Gräben  - hier die Spuren des Burggrabens. Lebte die Gudrun aus der "Gudrunsage" einst auf der Heilsburg?

Foto: D. Alsdorf

  

 

"Die Madonna von Bossel" - die Geschichte einer Madonnenfibel führt ins 10. Jahrhundert und thematisiert den Mythos um Herward, der die vordringenden Wikinger bei Bremervörde ins Verderben führte. Die Oste bildete eine natürliche Sperre, um die aus Richtung Weser anstürmenden Askomannen auf ihrem Weg nach Stade aufzuhalten.

Foto: D. Alsdorf

  

Die Legenden rund um das Hillseelengrab bei Elm werden in eine Geschichte mit dem Isern Hinnerk verwoben. Hier auf dem Foto ist zu sehen, was von dem Grab der Heiligen Seelen blieb - ein heller Fleck im Acker.

Foto: D. Alsdorf

  

  

 

Findorffs Traum

Der in der Nähe des Hillseelengrabes gelegene Hillseelenbach wurde im 18. Jahrhundert von Moorkommissar Findorff zum Ausgangspunkt eines schiffbaren Kanals von der Oste bis zur Schwinge auserwählt. Doch das Vorhaben scheiterte - der Kanal wurde nie vollendet. Das Foto zeigt den Endpunkt des ausgebauten - inzwischen vermoorten - Kanals bei Mulsum.

Foto: D. Alsdorf

 

Das Pappenheimer Loch und die darin versenkten Landsknechte bei Großenwörden ist eine der Legenden rund um den Dreißigjährigen Krieg an der Oste. Angesichts einer tödlichen Bedrohung wuchs der Bauer Schlüter über sich hinaus - und begründete eine Legende.

Foto: D. Alsdorf

   

Der geheimnisvolle Franzosenberg von Brobergen. Ein Kriegsgrab aus napoleonischer Zeit?

Foto: D. Alsdorf

An dieser Stelle im Düngel nahe von Zeven/Brauel an der Oste brachte in der Franzosenzeit ein "Preuße" den Schäfer Ording um. Meine Geschichte erzählt das damalige Geschehen und die furchtbare Strafe für den Mörder aus der Perspektive von zwei Mädchen aus Brauel.

Foto: D. Alsdorf 

  

Aus dem Dachreiter der Kranenburger Kapelle auf die Schlachtfelder Frankreichs. Eine Geschichte der Glocke "Anna" aus Kranenburg.

Der Platz von "Anna" (links) ist immer noch verwaist.

Foto: D. Alsdorf

   

"Der Weihnachtsdieb von Blumenthal" führt an die Schauplätze meines Romans "Anna aus Blumenthal" und erzählt die wahre Geschichte einer Diebstahlserie in Blumenthal im 19. Jahrhundert. - Die Leser meiner Romane werden hier erneut Cord Meyer und seinem Schwager Jacob Wohlers begegnen. Das Foto zeigt den winterlichen ehemaligen "Wohlershof" vor rund 50 Jahren.

Foto: Krüger / Archiv Alsdorf.

  

"Thue Recht und scheue Niemand..." die Geschichte eines Schwertes und seines Besitzers, des Scharfrichters Christian Schwarz in Bremervörde.

Foto: © Corinna Stier.

  

"Jordans Tannen" - die traurige und fast vergessene Geschichte von drei jungen Franzosen, die im April 1945 vor Bremervörde einer Menschenjagd zum Opfer fielen. Das Foto zeigt jenen, von mir 1989 ausgegrabenen Befehl des Gauleiters Telschow, gegen "Diebe und Plünderer" mit "schärfsten Mitteln" vorzugehen. Der Befehl ging an den Volkssturm, der sich laut Befehl mit eignenen Jagdwaffen auszurüsten hatte ...

Foto: D. Alsdorf

 

Auf dem Bahnhof von Brillit hielten an einem Wochenende im April 1945 Züge mit entkräfteten und vielen toten KZ-Häftlingen, die von hier Richtung Lager Sandbostel in Marsch gesetzt wurden. Die Toten wurden auf einer Moorbahn verladen - einem "Zug der Toten." Eine fiktive Rahmenhandlung schildert das Geschehen.

Foto: D. Alsdorf

  

Über die Oste floh Gestapo-Chef Heinrich Himmler Richtung Süden. Bei Meinstedt wurde Himmler Ende Mai 1945 von zwei aus dem Lager Sandbostel befreiten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen gefangen genommen. 

Foto: D. Alsdorf

  

 

Ein wassergefüllter Krater bei Tiste nahe der Oste - das Grab eines der vielen Flieger, die während des 2. Weltkriegs über der Oste starben. Die Rekonstruktion eines kurzen Fliegerlebens. Siehe Unterseite.

Foto: D. Alsdorf

 

Eine sonderbare Steinsetzung am Waldrand bei Granstedt markiert einen Ort, an dem noch in den fünfziger Jahren Schüler das Feldgrab eines jener deutschen Soldaten pflegten, die den Krieg selbst beendeten und "einfach nur nach Hause" wollten. Auch das gehört zur Geschichte der oberen Oste.

Foto: D. Alsdorf

...und weitere Geschichten. 

 

 Die alte Brücke von Minstedt - hier überquerte vermutlich Heinrich Himmler den Fluß ...

Foto: D. Alsdorf

 

Leseprobe aus " Die Madonna von Bossel " 

... Die Furcht um den Vater und Bruder trieb Bernward voran, ließ ihn seine Verantwortung um das ihm anvertraute Gesinde vergessen. Der Weg, der durch das Buschland in Richtung des Heerweges war von zahllosen Hufen von Pferd und Vieh aufgerissen. Weit konnten die Räuber noch nicht gekommen sein.

Immer im Schutz der Büsche eilte Bernward Richtung Norden voran. Wieder roch er den Gestank verbrannten Reets. Als das Buschland zurück trat und in Getreidefelder überging sah er das brennende Oerel und dazwischen plünderndes Kriegsvolk in Eisen und Waffen. Sie trieben Menschen und Vieh zusammen, wer sich ihnen widersetzte, wurde erbarmungslos zusammen gehauen.

Noch näher schlich sich Bernward im Schutz des in Reife stehenden Getreides heran. Da sah er zu seinem Entsetzen, wie sich aus dem Getümmel vor ihm eine weibliche Gestalt herauslöste und schreiend in seine Richtung gelaufen kam – verfolgt von einem der schrecklichen Askomannen. In einer unbekannten Sprache brüllend lief der Kerl mit erhobener Streitaxt genau in seine Richtung.

Bernward zitterte am ganzen Körper. Alles in ihm bäumte sich auf, einfach umzudrehen und zu fliehen. Doch dazu war es zu spät. Das junge Weib hatte den kauernden Jungen schon erkannt und hielt auf ihn zu. „Hilf mir!“, schrie sie, „Um Gottes Willen, hilf mir!“

Bernward überwand seine Furcht. Mit zitternder Hand griff er in seinen Köcher und legte den Pfeil auf. Dann stand er kurz auf und zielte. Der Pfeil schnellte von der Sehne und schlug dem Kerl aus kürzester Distanz in die Brust. Ohne noch einen Laut von sich zu geben, schlug der Däne lang hin, sein ihm aus der Hand gleitende Axt wirbelte durch die Luft und fiel Bernward vor die Füße.

 Im Buschland angekommen fiel das Mädchen ihrem Retter um den Hals, küsste ihm das Gesicht und mochte sich nicht mehr lösen von dem jungen Burschen mit dem treffsicheren Bogen. Ganz flach lagen sie auf dem Boden unter dichtem Weißdorn und warteten mit pochenden Herzen auf die Verfolger, die nun unweigerlich den Tod ihres Genossen rächen mussten. Doch die Zeit verstrich, ohne dass ihnen einer der Askomannen nachstellte. Auch als die Dunkelheit hereinbrach, lagen sie noch immer unter dem Weißdorn im Buschland vor Oerel.

Bernward hörte, wie das Mädchen neben ihm mit gefalteten Händen unablässig Gebete murmelte und der Gottesmutter dankte, dass sie ihr in höchster Not einen Erretter schickte. Er spürte, dass ihm jene Zuversicht fehlte, mit der die Unbekannte ihr Schicksal in die Hände des Erlösers gelegt hatte. Im Gegensatz zu dem Mädchen, dass musste er sich eingestehen, war er im Grunde ein Heide, ein Ungläubiger so wie die Räuber da draußen. Er glaubte im innersten seines Herzens an jene Götter wie jener Kerl, den er getötet hatte.

 In der Morgendämmerung wagten sich die beiden aus dem Buschland hervor und schlichen sich vorsichtig Richtung Dorf. Noch immer qualmten die in Brand gesetzten Häuser und verstörte Menschen, sich gegenseitig in den Armen liegend standen weinend vor den Trümmern ihrer Existenz. Die Askomannen aber waren weiter gezogen.

„Sie sind fort“, murmelte Berward.

„Die Räuber wollen über die Oste“, flüsterte das Mädchen. „Sie hatten vor zwei Tagen bei Glinde versucht, die Wälle zu überwinden und sind von den Unsrigen abgewiesen worden. In ihrer Wut brannten sie Oerel nieder. Selbst die Kapelle wurde zerstört und ausgeraubt, der Priester erschlagen. Nun suchen sie einen anderen Übergang über den Fluss. Sie haben viele Geiseln und Sklaven dabei. Auch ich gehörte dazu.“

„Wo kommst du her“, fragte Bernward und bemerkte, wie er an dem Mädchen Gefallen fand.

„Ich bin Edelgard, Tochter des Erhard aus Burstal bei Oldendorf. Drüben im Stader Land. Mein Vater zog mit Graf Heinrich gegen die Askomannen bei Stade und kehrte nicht mehr zurück. Meine Mutter hat mich dann zu Verwandten ins Schwaneweder Land gegeben. Sie glaubte mich dort in Sicherheit. Wer konnte auch ahnen, dass die Räuber auch von der Weser ins Land kommen. Und dort haben die Räuber mich ergriffen um später ein Lösegeld zu fordern.“

Sie hockte sich ins hohe Gras, nahm aus einer Ledertasche am Gürtel einen zierlichen Kamm, um begann ihre langen blonden Haare zu kämmen. „Und du? Was führt dich hier vor Oerel?“

Bernward bemerkte, wie das Blut in seine Wangen schoss. Es war das erste Mal, dass ein Mädchen ihn derart ansah. „Ich komme vom Hof des Herward unten in Basdahl.“

„Ein Herward ist unter den Gefangenen“, warf Edelgard ein. „Die Askomannen schleppten ihn vor zwei Tagen ins Lager. Ein kräftiger Bursche und widerborstig dazu.“ Sie lachte.

„Das ist mein Bruder“, erwiderte Bernward erleichtert und gleichzeitig fiel ihm eine große Last von der Seele. „Ich muss ihn befreien!“

Edelgard lachte erneut. „Mein treuer Held, wie willst du das anstellen?“ fragte sie, während sie sich die Haare zu Zöpfen flocht. „Die Askomannen zählen mehr Seelen als ich zu zählen imstande bin.“

„Wir werden ja sehen“, meinte Bernward trotzig und schlich sich gebückt bis zu der Leiche im Getreide vor. Der Däne lag noch immer so da, wie er am Vortag gefallen ist. Nur einige verwilderte Hunde strichen hungrig um die Leiche herum. Der Pfeil hatte das Kettenhemd aus der nahen Distanz geradezu durchschlagen und im Sturz hatte sich dieser durch den Körper gebohrt und ragte am anderen Ende wieder heraus.

Bernward kniete nieder und drehte den Toten um. Der Däne hatte ein wettergegerbtes Gesicht mit blondem Bart und einem Nasenhelm auf dem Kopf. Seine blauen Augen schauten ins Leere. Bernwards Hand griff an den Hals und riss die Kette mit einem silbernen Thorshammer an sich.

„Wenn du einen Talisman brauchst, dann verlass dich nicht auf die alten Götter. Du siehst, der Thorshammer hat dem Dänen auch nicht geholfen.

Sie kniete ebenfalls nieder und drückte Bernward eine goldene Fibel in die Hand. Er betrachtete die kleine Brosche, deren Schaubild ein in Schmelzwerk gegossene Madonnenportrait zeigte.

„Ein Erbstück meiner Ahnen“, flüsterte sie. „Die heilige Maria, die Mutter Christi. Sie hat mich in höchster Not errettet, indem sie dich sandte.“

Wieder spürte Bernward einen Kuss auf seinen glühenden Wangen. Bernward warf den heidnischen Talisman ins Korn und heftete sich die Madonnenfibel an die Brust. In dieser Stunde der Not mochte jedes Mitte Recht sein, um den Bruder zu befreien. Er griff sich die Streitaxt und schnallte sich den Gürtel mit Dolch des Dänen um. Dann ließ er sich von Edelgard die genaue Lage des Gefangenenlagers schildern, dass am Fuße des „Hohen Oerel“ eines markanten Berges östlich des verwüsteten Dorfes lag....

  Mehr in meinem Buch.

 ©  D. Alsdorf 2013

 

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